Doppelter Grund zum Feiern: Zentrum für Niederlande-Studien und Geert Mak – Botschafter für die deutsch-niederländischen Beziehungen

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Festakt zur Feier des 25-jährigen Jubiläums des Zentrums für Niederlande-Studien mit Verleihung der Ehrendoktorwürde an den niederländischen Autor Geert Mak

Beiträge zum tieferen Verständnis der beiden Länder Niederlande und Deutschland – unter diesem Motto standen die gestrigen Feierlichkeiten in der Aula der Westfälischen Wilhelms-Universität: Das Zentrum für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, Höhepunkt des Festaktes war die Verleihung der Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Geschichte/Philosophie der WWU Münster an den niederländischen Schriftsteller und Essayisten Geert Mak.

In Anwesenheit der WWU-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelica Schwall-Düren, und der Botschafterin der Königsreichs der Niederlande in Berlin, Monique van Daalen, die in ihren Grußworten die Bedeutung des Zentrums jeweils aus ihrer Sicht würdigten, berichtete Direktor Friso Wielenga von der Arbeit des Zentrums in den vergangen 25 Jahren und wagte einen Blick in die Zukunft. „Seit seiner Gründung am 9. November 1989 hat sich das Zentrum für Niederlande-Studien intensiv um die deutsch-niederländischen Beziehungen bemüht, den Austausch zwischen den beiden Nachbarländern gefördert und mit vielen Veranstaltungen zum gegenseitigen Verständnis beigetragen“, blickte der Direktor während des offiziellen Festaktes am 11. Dezember in der Aula der WWU Münster auf 25 Jahre zurück.

Für ein gegenseitiges Verständnis der Niederlande und Deutschland hat sich auch der niederländische Autor Geert Mak verdient gemacht. Ihm wurde während des Festaktes die Ehrendoktorwürde aufgrund seiner Verdienste um die deutsch-niederländischen Beziehungen verliehen. Mak sei „ein begnadeter Geschichtenerzähler, der es versteht, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen zu stellen“, so Friso Wielenga in seiner Laudatio. Darüber hinaus sei Geert Mak nicht nur ein aktiver und erfolgreicher Botschafter für die Niederlande, sondern habe sich durch seine „Publikationen und Aktivitäten im Bereich eines Europas der Bürger auch als leidenschaftlicher Europäer profiliert“.

Geert Mak zeigte sich in der vollbesetzten Aula des Schlosses „erfüllt von Dankbarkeit, Verwunderung und Stolz“ und bedauerte, dass er nicht den Nachmittag damit verbringen konnte, sich mit den Gästen Geschichten zu erzählen. „Geschichten bringen Struktur in das Chaos von Geschichte und Politik. Sie trösten, sie präsentieren Lektionen für die Zukunft, sie verstärken eine bestimmte Ordnung, sie geben uns Helden, an denen wir uns aufrichten können, Schurken und Verräter, die wir verdammen können“, so Mak. Allerdings sei es an der Zeit, sich von einigen alten Geschichten zu verabschieden, denn die Ordnung, die sie präsentierten, sei Schein: „Sie sind irreführend, sie haben einen Tunnelblick zur Folge und bilden die Rechtfertigung für schlechte Politik und gefährliches Unrecht.“ In seiner Rede mit großem Aktualitätsbezug machte Mak deutlich, dass es an der Zeit sei, neuen Geschichten Platz einzuräumen und europäische Werte wiederzuentdecken.